»Das Reich der Vampire« von Jay Kristoff

Mit seinen Reihen »Nevernight« und »Illuminae-Akten« hat sich Jay Kristoff einen Namen gemacht. Bis jetzt kam ich leider nicht dazu, eine dieser erfolgreichen Buchreihen zu lesen, obwohl ich schon viel über den Sci-Fi- und Fantasy-Autor gehört habe. »Das Reich der Vampire« konnte ich mir jedoch auf keinen Fall entgehen lassen. Als ich gesehen habe, dass es in Kristoffs neuestem Werk um Vampire geht, musste ich nicht lange nachdenken, ob ich das Buch lesen werde oder nicht, denn Bücher mit Vampiren ziehen mich immer magisch an.

Unser Protagonist Gabriel de León gehört zum Orden der Silberwächter, einer Bruderschaft, die verschiedene gefährliche Kreaturen bekämpft. Vor allem macht Gabriel aber Jagd auf Vampire, weil diese vor einigen Jahren damit anfingen, die Menschen immer mehr zu verdrängen. Wie es dazu kam, dass Vampire plötzlich aus ihren Schatten gekrochen sind, wie Gabriel ein Silberwächter wurde und vieles mehr erfahren im Verlauf der 1024 Seiten, die »Das Reich der Vampire« beinhaltet.

Die Welt in Kristoffs Buch ist sehr düster. Und das meine ich buchstäblich, denn seit über fünfundzwanzig Jahren herrscht der sogenannte „Tagestod“. So wird eine Art Schleier genannt, die den Himmel bedeckt. Den Tag gibt es zwar immer noch, aber die Sonne hat ihre Leuchtkraft und Wärme verloren. Keiner kennt die Ursache und schon gar nicht, was man dagegen tun könnte. Dabei müsste unbedingt etwas dagegen unternommen werden, denn seit dem Tagestod haben Vampire damit begonnen, die Macht an sich zu reißen und sind damit zur Bedrohung für Menschen geworden.

In dem Buch werden Vampire oft als „Eisblüter“ bezeichnet, was irgendwie nachvollziehbar ist. Sie gehören zu verschiedenen Blutlinien, die einander nicht unbedingt friedlich gesinnt sind, da jede Blutlinie die Herrschaft an sich reißen will. Es ist möglich, dass Vampire andere Vampire erschaffen. Das Interessante dabei ist, dass nicht jede/r gebissene sich verwandelt. Wer den Biss überlebt und wer nicht, bleibt dem Zufall überlassen.

Unser Protagonist Gabriel de León ist ein „Halbblut“ (halb Mensch, halb Vampir). Gabriels Kindheit war nicht einfach und seine Jugend war noch komplizierter. Es gab viele Schicksalsschläge, die er hinnehmen musste. Gabriels hartes Leben hat Spuren in seinem Charakter und seiner Art hinterlassen. Wobei ich sagen würde, dass bei ihm der Spruch „Harte Schale, weicher Kern“ sehr gut passt. Nach außen erscheint er wie ein unnahbarer und kaltherziger Krieger. Aber sobald man ihn besser kennenlernt und sein Vertrauen gewinnt, hat man einen zuverlässigen Freund gefunden. Natürlich ist Gabriel nicht perfekt, aber das ist schließlich keiner. Ich finde, Jay Kristoff ist es gut gelungen, einen interessanten Protagonisten zu erfinden.

Die Geschichte wird anhand verschiedener Handlungsstränge erzählt. Ein Handlungsstrang verläuft in der Gegenwart, während Gabriel einem Geschichtsschreiber seine Lebensgeschichte erzähl. Die beiden anderen Handlungsstränge spielen in der Vergangenheit. Der eine handelt davon, wie Gabriel dem Orden beitrat. Der andere schildert uns, was Gabriel passiert ist, bevor er dem Geschichtsschreiber begegnet ist. Auch wenn ich von dieser Erzählweise nicht ganz begeistert war, so kann ich mir vorstellen, dass der Autor auf diese Weise die Spannung aufrechterhalten wollte.

Womit ich meine Schwierigkeiten hatte, war das Thema Religion und Glauben. Der Autor geht das Thema oft an. Da ich damit nichts anfangen kann, war das Buch für mich an vielen Stellen etwas zäh und langatmig. Ich kann verstehen, dass das Thema wahrscheinlich unumgänglich war, da der Orden einen starken Glauben hat. Für mich war das aber etwas anstrengend. Gut gefallen haben mir dagegen die Illustrationen von Bon Orthwick, die zwischendurch für Abwechslung sorgten.

Fazit

»Das Reich der Vampire« von Jay Kristoff hat mich unschlüssig hinterlassen. Einerseits hat mich der Prota überzeugt, andererseits fand ich das Buch an einigen Stellen langatmig. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den zweiten Band lesen werde. Ich denke, das werde ich erst entscheiden, wenn er erschienen ist.

 

 

Bibliografische Daten
Titel: Das Reich der Vampire – A Tale of Blood and Darkness
Originaltitel: Empire of the Vampire
Autor: Jay Kristoff
Übersetzung: Kirsten Borchardt
Verlag: FISCHER Tor
ISBN: 978-3-596-70040-0
Seiten: 1024
Reihe: Das Reich der Vampire (Band 1)

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