Rezension: »Das Damengambit« von Walter Tevis

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»Das Damengambit« von Walter Tevis erschien bereits im Jahr 1983. Aufmerksam wurde ich auf den Roman aber erst 2020 als ich die Verfilmung bei Netflix gesehen habe. Viel mehr wundert mich aber nicht der Fakt, dass ich das Buch vorher nicht auf dem Schirm hatte, sondern dass »Das Damengambit« erst im Jahr 2021 zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt wurde. Da mir das Buch sehr gefallen hat, finde ich es schade, dass Beths Geschichte den Lesenden hierzulande so lange vorenthalten wurde. Na ja, besser spät als nie.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht Elizabeth „Beth“ Harmon, die mit acht Jahren im Waisenhaus landet. Dort kommt sie das erste Mal mit Beruhigungspillen in Berührung und entdeckt ihre Leidenschaft für das Schach. Wir begleiten Beth als sie die Karriereleiter im Schach hochklettert und dabei gegen ihre Süchte kämpft. Dieser Konflikt sorgt für enorme Spannung und dafür, dass ich das Buch nur ungern aus der Hand legte. Obwohl ich die Serie bereits gesehen habe, habe ich das Buch dennoch mit großem Interesse gelesen, denn Tevis erschuf eine authentische Protagonistin, deren Schicksal niemanden kaltlässt.

Da Schach ein wesentlicher Bestandteil des Romans ist, kommt man nicht Drumherum, etwas über das Spiel selbst zu lesen, da Beth ständig an Turnieren teilnimmt und der Autor dementsprechend die eine oder andere Partie etwas detaillierter beschreibt. Obwohl ich selbst eine Anfängerin im Schach bin und mir die Regeln deshalb nicht unbekannt sind, finde ich trotzdem, dass man das Buch problemlos ohne Schachkenntnisse lesen kann. Dank Tevis Schreibstil fühlt man sich nicht nur, als ob man selbst beim Spiel neben Beth sitzen würde, sondern entwickelt auch Interesse daran. Wäre ich zu dem Zeitpunkt, an dem ich das Buch gelesen habe, noch nicht mit Schach in Berührung gekommen, bin ich mir sicher, dass ich mich nach diesem Roman definitiv mit dem Spiel auseinandergesetzt hätte.

Außer Schach hat »Das Damengambit« noch viel mehr zu bieten. So werden beispielsweise viele Themen, die in den USA der 60er Jahre brisant waren, zwar nicht detailliert ausdiskutiert, aber zumindest kurz angesprochen. Politisch wird es zum Beispiel, als Beth in die Sowjetunion reist. Hier wird der Akzent auf die schwierige Beziehung zwischen den USA und der Sowjetunion gesetzt. Aber auch innerhalb der USA macht Tevis auf wichtige Problematiken aufmerksam. So wird anhand Beths Freundin Jolene das Thema Rassismus immer wieder aufgegriffen. Beth selbst wird immer wieder mit Diskriminierung konfrontiert. Dies sind nur einige Beispiele, wie Tevis es schafft, neben dem ganzen Drama in Beths Leben, auch andere Aspekte einfließen zu lassen.

 

Fazit

Ich bin sehr froh darüber, »Das Damengambit« von Walter Tevis gelesen zu haben, denn es geht um eine sowohl komplizierte als auch inspirierende Geschichte einer jungen Frau, die einfach nur das tun will, was sie liebt – nämlich Schach spielen. Da »Das Damengambit« bis jetzt das einzige Buch ist, das ich von Tevis gelesen habe, freue ich mich schon auf seine anderen Werke.

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Bibliografische Daten
Originaltitel: The Queen`s Gambit
Autor: Walter Tevis
Übersetzer: Gerhard Meier
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-07161-0
Seiten: 416

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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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