Comic-Rezension: »Der Winter des Zeichners« von Paco Roca

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»Der Winter des Zeichners« von Paco Roca spielt Ende der 1950er Jahre in Barcelona, als fünf Comiczeichner ihren Job bei einem großen Verlag aufgeben und ihr eigenes Magazin gründen. Im Laufe der Handlung erfahren wir, vor welchen Problemen Zeichner damals standen und welche Macht ein Verlag hatte. Da die Graphic Novel auf wahren Begebenheiten beruht, erfährt man sowohl etwas über die spanische Comic-Geschichte, als auch über die damals allgemein herrschende Situation in Spanien. Ich persönlich finde beide Aspekte sehr spannend.

Ein weiterer Grund, warum ich die Graphic Novel lesen wollte, war, dass sie sich von den Comics, die ich sonst immer lese, unterscheidet. Damit meine ich, dass hier die Unterhaltung in den Hintergrund gerückt wird. In erster Linie geht es um die fünf Comiczeichner (Carlos Conti, Guillermo Cifré, Josep Escobar, Eugenio Giner und José Peñarroya) und ihre Lebensumstände. Und diese Umstände waren oft nicht einfach und trieben die Männer in die Verzweiflung, aber sie haben trotzdem ihr Bestes gegeben.

Auch wenn die fünf Zeichner versucht haben, vieles mit Humor zu nehmen, war die melancholische Stimmung auf jeder Seite und in jedem Dialog spürbar. Die Graphic Novel bekommt dadurch einen bedrückenden Beigeschmack und man fühlt sich beim Lesen machtlos, weil man den Figuren nicht helfen kann. »Der Winter des Zeichners« hat mich deshalb oft traurig gestimmt, aber ich finde, dass die Geschichte dadurch viel Tiefe bekommt.

Da die Handlung mehrmals zwischen den Jahren 1958 und 1957 springt, hat sich Paco Roca dafür entschieden, die jeweiligen Seiten in einer anderen Farbe zu gestalten. So sind beispielsweise die Geschehnisse, die sich an Weihnachten 1958 abspielen, in Blau gefärbt und die, die im Frühjahr 1957 stattfinden, sind in Rot gehalten. Das Barcelona-Feeling wird durch die Zeichnungen unterschiedlicher Schauplätze gut herübergebracht. Die Detailgenauigkeit der Figuren lässt jedoch etwas zu wünschen übrig. Daran merkt man, dass es dem Autor vor allem darum ging, das Thema, das ihm besonders am Herzen lag, aufzugreifen.

 

Fazit

Falls ihr euren Comic-Horizont erweitern und mehr über die spanische Comic-Geschichte erfahren wollt, dann dürft ihr euch »Der Winter des Zeichners« von Paco Roca nicht entgehen lassen.

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Bibliografische Daten
Originaltitel: El invierno del dibujante
Text und Zeichnung: Paco Roca
Übersetzung: André Höchemer
Lettering: Dirk Rehm
Font: Paco Roca
Verlag: Reprodukt
ISBN: 978-3-95640-268-5
Seiten: 128 (farbig)

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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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