Comic-Rezension: »Snow, Glass, Apples« von Neil Gaiman und Colleen Doran

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Mit »Snow, Glass, Apples« haben Neil Gaiman und Colleen Doran das uns seit der Kindheit bekannte Märchen »Schneewittchen« neu interpretiert. Der Comic zeichnet sich nicht nur durch seine düstere Stimmung und detailreiche Illustrationen aus, sondern auch durch die ungewohnte Darstellung von Schneewittchen und ihrer Stiefmutter. Ich wollte diesen Comic unbedingt lesen, weil ich Märchenadaptionen mag und das Cover mir die Sprache verschlagen hat, als ich es das erste Mal gesehen habe.

Ich wusste natürlich, dass »Snow, Glass, Apples« von der „klassischen“ Schneewittchen-Geschichte mit Sicherheit abweichen wird. Doch dass der Comic letztendlich eine derart überraschende und faszinierende Richtung einschlagen wird, hat mich doch noch umgehauen (im positiven Sinne). Neil Gaiman lässt die Story so verlaufen, wie ich es mir gewünscht habe, ohne es überhaupt vorher gewusst zu haben. Als ich mit dem Comic fertig war, war mein erster Gedanke: „Wow, das ist die perfekte Neuinterpretation!“.

Der erste Punkt, der mich absolut begeistert hat, war, dass die Geschichte aus der Sicht der Stiefmutter erzählt wird. Dies ist auch der Grund, warum der Comic so genial ist, denn die Stiefmutter liefert eine ganz andere Sichtweise und eröffnet damit eine neue Perspektive. Glaubt mir, nach diesem Comic wird Schneewittchen nie wieder so sein, wie ihr es gewohnt wart. Dies hat nicht nur damit zu tun, dass der Comic erotische Szenen und Gewaltdarstellung enthält, sondern auch, weil Gaiman mit der Wahrnehmung der bereits bekannten Elemente (zum Beispiel: der vergiftete Apfel) spielt.

Nicht nur die Geschichte macht »Snow, Glass, Apples« einzigartig. Das Artwork trägt ebenfalls einen großen Teil dazu bei. Es stammt von Colleen Doran und ist einfach atemberaubend. Die detailverliebten und aufwendigen Illustrationen laden zum Verweilen ein und sorgen dafür, dass man sich in ihnen verlieren möchte, indem man sie minutenlang bewundert. Und hier kommt das Seitenlayout ins Spiel, denn der Comic kommt perfekt ohne die „typischen“ Panels aus und beinhaltet nur wenige Sprachblasen. Doch keine Sorge, das Konzept von »Snow, Glass, Apples« funktioniert einwandfrei und beweist damit, dass es sich durchaus lohnt, comictechnisch etwas aus der Reihe zu tanzen.

Fazit

»Snow, Glass, Apples« von Neil Gaiman und Colleen Doran gehört zu den schönsten und interessantesten Comics, die ich dieses Jahr gelesen habe!

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Bibliografische Daten
Szenario: Neil Gaiman
Zeichnung: Colleen Doran
Übersetzung: Gerlinde Althoff
Verlag: Splitter
ISBN: 978-3-96792-031-4
Seiten: 64
Genre: Fantasy, Horror

 

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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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