Rezension: »Goldene Flammen« von Leigh Bardugo

/ / Allgemein

Die Grisha-Trilogie von Leigh Bardugo ist bereits vor Jahren zum ersten Mal in Deutschland erschienen. Sie kursiert aber immer noch herum, weshalb ich schon das eine oder andere zufällig aufschnappen konnte. Doch warum habe ich mich erst jetzt dazu entschlossen, den ersten Band »Goldene Flammen« endlich zu lesen? Einen Grund habe ich bereits genannt, und zwar, dass ich in den letzten Jahren viel über die Grisha gehört habe und mit der Zeit immer neugieriger auf sie wurde. Darüber hinaus ist mir Bardugo nicht ganz unbekannt, da ich von ihr bereits »King of Scars« und »Das neunte Haus« gelesen habe. Hinzu kommt, dass mir die Bücher als Vorbereitung auf die kommende Serie dienen sollen, die ich auf jeden Fall sehen möchte.

Die Ereignisse spielen in dem fiktiven Land Rawka. Im Mittelpunkt steht die Kartografin Alina, die in der ersten Armee des Zaren dient und durch die Verkettung bestimmter Ereignisse plötzlich feststellt, dass sie eine Grisha ist, also jemand, der über magische Fähigkeiten verfügt. Der Unterschied zu allen anderen Grisha besteht aber darin, dass Alinas Fähigkeit besonders ist, weshalb der älteste und einflussreichste Grisha, der als der »Dunkle« bezeichnet wird, sich ihrer annimmt.

Zu Beginn des Buches wird Alina als die typische graue Maus dargestellt, die zu Größerem vorherbestimmt ist. Das Witzige ist nur, dass niemand so wenig daran glaubt, als Alina selbst. Ein weiteres Indiz für ihr mangelndes Selbstvertrauen ist, wie Alina sich ständig mit anderen vergleicht und über ihr Aussehen nachgrübelt. Das Erste konnte ich ein bisschen nachvollziehen, das Letztere hat mich etwas genervt. Das alles zeigt zwar, wie unerfahren und unschuldig Alina ist, liefert gleichzeitig jedoch eine gute Basis für Alinas weitere Entwicklung. Und am Ende des Buches kann man tatsächlich feststellen, dass Alina nie wieder so sein wird, wie sie einmal war.

Der Dunkle ist sehr mächtig, weshalb ihn viele fürchten. Ich finde, wenn man seinen Namen hört, ahnt man bereits, dass er höchstwahrscheinlich nicht den Weltfrieden im Sinn hat. Es war mir deshalb ein Rätsel, warum Alina eine Weile gebraucht hat, bis sie das erkannt hat. Diesen Umstand führe ich zum einen auf Alinas anfängliche Naivität und zum anderen auf den Charme des Dunklen zurück. Man mag es kaum glauben, aber er kann wirklich nett sein, wenn er will. Die meiste Zeit ist der Dunkle aber damit beschäftigt, Menschen zu manipulieren und seinen Vorteil aus allem und allen zu ziehen.

Der Schreibstil ist super leicht, was damit zu tun hat, dass Bardugo sofort auf den Punkt kommt, statt mit langen Umschreibungen um sich herumzuwerfen, was ich gut fand. Vor allem hat mir aber Bardugos Idee mit den Grisha und ihren Fähigkeiten gefallen. Die Inszenierung des Dunklen hätte ich mir aber ein wenig anders vorstellen können. Ab und zu habe ich mich auch etwas über Alina aufgeregt, aber ich konnte das Buch dennoch nicht aus der Hand legen, da ich wissen wollte, was die Autorin noch zu bieten hat. Das Ende fand ich zum Teil vorhersehbar, dennoch wurden einige Fragen aufgeworfen, die es schafften, mich auf den zweiten Teil neugierig zu machen.

Fazit

»Goldene Flammen« von Leigh Bardugo weist zwar kleine Schwächen auf, ist aber dennoch gelungen. Ich freue mich schon auf den zweiten Band.

Bibliografische Daten
Titel: Goldene Flammen
Originaltitel: Shadow and Bone
Autorin: Leigh Bardugo
Übersetzer: Henning Ahrens
Verlag: Knaur TB
ISBN: 978-3-426-52444-2
Seiten: 352
Genre: Fantasy
Reihe: Legenden der Grisha (Band 1)
Fortsetzung: Eisige Wellen

>>> Dieses Buch online bestellen* <<<

Meine Rezension zu »King of Scars« von Leigh Bardugo (1. Teil der Fantasy-Dilogie »Thron aus Gold und Asche«)

Meine Rezension zu »Das neunte Haus« von Leigh Bardugo

* Werbung. Hierbei handelt es sich um einen Affiliate-Link von Amazon.de. Solltet ihr über diesen Link einen Kauf tätigen, erhalte ich eine kleine Provision, die der Instandhaltung meines Blogs dient. Der Preis des Produkts ändert sich für euch dadurch nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Noch vor kurzem beendete ich den vierten Teil der »Klingen der Wächter«-Reihe von Xu Xianzhe und nun bin ich auch schon mit dem fünften Band fertig. Das Lesen des Comics hat so viel Spaß bereitet, dass die Zeit in null Komma nichts vorbeigeflogen ist. Jetzt heißt es wieder warten, bis die Folgebände erscheinen. Einerseits bin
Die chinesische Comic-Reihe »Die Klingen der Wächter« von Xianzhe Xu geht endlich weiter! Vor kurzem ist der vierte Band erschienen und darüber könnte ich nicht glücklicher sein, denn es ist schon ein Jahr her, dass ich den dritten Teil beendet habe. Es ist also höchste Zeit, dass die Reise von Daoma und seinen Freunden weitergeht,
Blackbeard ist einer der berühmtesten Piraten aller Zeiten. Auch wenn seine Lebzeiten (ca. 1680-1718) lange zurückliegen, ist er immer noch präsent, denn es gibt kaum ein Medium, in dem der Seeräuber noch nicht vorgekommen ist. In dem vor kurzem erschienen Comic »Blackbeard 1: Hängt sie höher!« steht der britische Pirat ebenfalls im Mittelpunkt. Szenario und
OBEN