Rezension: »Sturmhöhe« von Emily Brontë

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Emily Brontës »Sturmhöhe« ist die vierte Schmuckausgabe aus dem Coppenrath Verlag. Genau wie alle anderen Schmuckausgaben ist auch »Sturmhöhe« mit vielen wunderschönen Illustrationen der Künstlerin Marjolein Bastin ausgestattet, die das Lesen zu einem besonderen Erlebnis machen. Der aufwendig gestaltete Einband ist mit Strukturpapier, Hochprägung und Goldfolie verziert. Darüber hinaus beinhaltet das Buch zehn tolle Extras: eine Karte von Yorkshire, Stammbäume der Familien Earnshaw & Linton, ein Gedicht, ein Lebenslauf und ein Briefumschlag mit Manuskriptseite von Emily Brontë, eine Notizbuchseite über die Schauplätze der Geschichte, und vier Infokarten über die Flora und Fauna von Westyorkshire.

Die Handlung spielt hauptsächlich in ‚Wuthering Heights‘, dem Anwesen der Familie Earnshaw in Westyorkshire, und erzählt eine sowohl äußerst leidenschaftliche als auch zutiefst schmerzliche Liebesgeschichte von Heathcliff und Catherine. Catherine ist eine junge Frau mit einem sehr starken Willen. Sie setzt sich immer durch und bekommt meistens auch das, was sie will. Manchmal hat mich die „Gute“ jedoch aufgeregt, weil sie recht selbstsüchtig ist. Außerdem ist sie und Heathcliff dafür verantwortlich, dass vielen Menschen Leid und Kummer zugefügt wird. Wie man sieht, bin ich also alles andere als begeistert von der Protagonistin. Heathcliff ist fast keinen Deut besser als Catherine. Seine Rachsucht macht ihn blind und es ist ihm egal, wie viel Schaden er mit seinem Verhalten anrichtet.

Die Familie Linton bewohnt das Anwesen ‚Thrusscross Grange‘. Dort sind Edgar und seine Schwester Isabella zu Hause. Die Geschwister sind wohlhabend und gut erzogen. Ihr größter Fehler liegt aus meiner Sicht darin, dass sie sich in das ganze „Heathcliff und Catherine-Spiel“ hineinziehen haben lassen. Ich denke, Edgar konnte einfach nicht anders, als sich in Catherine zu verlieben, denn an ihren besten Tagen ist sie wirklich sehr sympathisch. Es ist durchaus menschlich, dass der arme Edgar nicht wusste, was er sich da antut.

Auch wenn die Zeitleiste am Anfang etwas verwirrend ist, da die Geschichte über mehrere Generationen hinweg erzählt wird, wird man schnell in die Intrigen und Geheimnisse hineingesogen. Die Leserschaft erfährt einiges über das Leben eines Gutsbesitzers im 18. Jahrhundert und wie ungerecht Frauen damals behandelt wurden. Die Atmosphäre ist gleichzeitig düster, erdrückend und faszinierend. Einen „Liebling“ hatte ich in diesem Buch tatsächlich nicht, aber ich fand, dass jede_r von ihnen das bekommen hat, was sie/er verdient hat, auch wenn das jetzt etwas übertrieben klingt, wenn man bedenkt, was mit den Figuren geschehen wird.

 


Fazit

Die Figuren haben mich eher abgestoßen, als angezogen. Dennoch habe ich jede Seite von »Sturmhöhe« verschlungen und habe mit Hochspannung verfolgt, wohin Catherines und Heathcliffs Zerstörungsdrang die beiden führen wird. Ich finde, das Buch zeigt sehr gut, was passieren kann, wenn man Menschen, die man liebt, absichtlich oder unwissentlich Leid zufügt.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Bibliografische Daten:
Titel: Sturmhöhe
Originaltitel: Wuthering Heights
Autorin: Emily Brontë
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-63235-1 (Hardcover)
Seiten: 272

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