Rezension: ‚Maschinen wie ich‘ von Ian McEwan

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Künstliche Intelligenz ist das Thema in Ian McEwans neuem Buch ‚Maschinen wie ich‘. Die Geschichte handelt von Charlie, der sich einen sogenannten ‚Adam‘ anschafft, den ersten lebensechten Androiden, und welche folgenreichen Auswirkungen dieses Ereignis auf Charlies Leben hat. Ich habe ‚Maschinen wie ich‘ gelesen, weil ich mich in letzter Zeit für Cyborgs, Roboter und Androide interessiere und das Buch daher wie gerufen für mich kam.

Eigentlich spielt die Handlung in den 80ern. Doch bei diesem Buch sollte man sich nicht darauf verlassen, denn McEwan war so frei, sich seine eigene Wirklichkeit zu kreieren, indem er wichtige historische Ereignisse verändert. So ist beispielsweise Alan Turing immer noch kerngesund, obwohl wir alle wissen, dass er seit den 50ern nicht mehr lebt. Eine weitere Kuriosität stellt die fortgeschrittene Technologie dar, die eher in das Jahr 2019 passt. Doch sobald man sich von der ungewöhnlichen Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart erholt hat, wird man als Leser_in mit der Zukunft konfrontiert.

In Anbetracht der Tatsache, welche Rolle Technologie bereits in unserem Leben spielt, ist es erschreckend, wie das Zusammenleben mit der KI einmal aussehen könnte. Durch Charlie erleben wir sowohl Hoffnungen und Chancen als auch Zweifel und Probleme, die sich durch das Einbeziehen eines lebensechten Androiden ergeben. Und genau daran wird der gravierende Unterschied zwischen Mensch und Maschine sichtbar. So ist Adam beispielsweise sehr intelligent, attraktiv und bis zu einem gewissen Grad anpassungsfähig, aber er kann es nicht mit einem Kind aufnehmen, wenn es darum geht, Freude beim Spielen zu empfinden. Als Mensch ist es hingegen Charlie nicht möglich all das zu wissen, was Adam weiß, dennoch besitzt er die emotionale Reife, die bei dem Androiden noch nicht vollkommen ausgereift ist.

Um zu zeigen, dass Adam beziehungsfähig ist, wird das ganze Dilemma um den menschenähnlichen Androiden mit einer Liebesbeziehung ausgeschmückt, indem Charlie und Adam um die Aufmerksamkeit der Studentin Miranda buhlen. Auf diese Art wird gezeigt, dass die Maschine durchaus dazu in der Lage ist, den Menschen in jeder Lebenslage nachzuahmen. Fakt ist, dass dies nur bis zu einem gewissen Punkt möglich ist und dass ein Mensch keine Maschine sein kann und eine Maschine kein Mensch. Mal schauen, was die Zukunft diesbezüglich für uns noch bereithält.


Fazit

‚Maschinen wie ich‘ von Ian McEwan eröffnet zwar keinen neuen Blickwinkel auf das Zusammenleben von Maschine und Mensch, aber es zeigt eine alternative Realität, die uns dazu veranlasst, die Vergangenheit zu hinterfragen.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Bibliografische Daten
Titel: Maschinen wie ich
Autor: Ian McEwan
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-07068-2
Seiten: 416

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