Rezension: ‚Jane Eyre‘ von Charlotte Brontë

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Der Klassiker ‚Jane Eyre‘ von der britischen Autorin Charlotte Brontë erschien zum ersten Mal im Jahr 1847 und ist immer noch einer der berühmtesten viktorianischen Gouvernantenromane. Im Mittelpunkt steht die junge Frau Jane Eyre, die sich in Mr. Rochester verliebt. Das Problem dabei ist, dass Rochester nicht nur Janes Arbeitgeber ist, sondern auch deutlich älter als sie ist. Hinzu kommt ein großes Geheimnis, das alles zerstören könnte.

Die Handlung spielt in England. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Jane Eyre. Die Geschichte ist in zwei Abschnitte gegliedert. In dem ersten Abschnitt geht es um Janes Kindheit und wie sie in einem Internat landet. Im zweiten Teil ist die 18-jährige Jane als Gouvernante bei Mr. Rochester tätig. Die Schmuckausgabe von ‚Jane Eyre‘ aus dem Coppenrath Verlag enthält viele liebvoll gestaltete Illustrationen von Marjolein Bastin. Zudem ist das Buch mit zehn wunderschönen Extras ausgestattet, die das Lesen aus meiner Sicht lebendig gestalten.

Wir sind geboren, um zu kämpfen und zu leiden.“ – Zitat (‚Jane Eyre‘, Seite 334)

Janes Kindheit war alles andere als leicht und angenehm. Als ihre Tante von Jane überfordert ist, schickt sie das Mädchen in das Lowood Internat. Auch wenn dort Armut herrscht und das Leben nicht einfach ist, ist es die prägendste Zeit in Janes Leben. Dort lernt sie nicht nur, was wahre Freundschaft und Güte ist, sondern sie eignet sich ein enormes Wissen an. Was Liebe ist, erfährt Jane aber erst, als sie nach Thornfield Hall kommt, wo sie als Erzieherin arbeitet. Ich mochte Jane unheimlich gern, da sie sehr intelligent und einfühlsam ist. Besonders faszinierend fand ich, dass sie trotz ihres jungen Alters sehr weise ist.

Edward Fairfax Rochester ist ein wohlhabender Mann, den nur noch wenig beeindrucken kann. Im Gegensatz zu Jane ist Rochester viel in der Welt gereist und hatte einige Beziehungen, die jedoch unglücklich ausgegangen sind. Genau wie jeder andere Mensch hat Rochester sowohl gute als auch weniger gute Charaktereigenschaften. Zu Letzteren gehören sein Sarkasmus und seine Launenhaftigkeit, die das Ergebnis einiger bitterer Enttäuschungen sind. Rochester ist aber auch jemand, der ein großes Maß an Verantwortungsgefühl besitzt. Ich mochte ihn, weil er nichts für Oberflächlichkeit übrig hat und er eine sehr interessante Persönlichkeit besitzt.

Obwohl der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig ist, habe ich mich schnell mitreißen lassen. Brontë erzählt sehr detailliert. Dies wirkt aber alles andere als langweilig oder ermüdend. Ich habe jedes Wort genossen und war traurig, als die Geschichte zu Ende ging. Die zahlreichen Fragen, die erst am Ende beantwortet werden, sorgen für eine anhaltende Spannung. Die Atmosphäre ist düster und melancholisch. Manche Situationen haben sogar etwas Unheimliches und Mysteriöses an sich.

Besonders eindrucksvoll war für mich die Darstellung der Geschlechterrollen und sozialer Klassen. Der Unterschied von Arm und Reich war zu damaliger Zeit ein besonders wichtiges Thema. Einkommensschwache Menschen fanden keine Beachtung. Anhand ihrer Protagonistin zeigt die Autorin, dass arme alleinstehende Frauen es aber doppelt so schwer hatten. Sie mussten mit vielen Vorurteilen und Ungerechtigkeiten fertig werden. Aus diesem Grund wird Jane zum Beispiel von Rochesters Freunden von oben herab behandelt oder überhaupt nicht beachtet. Brontës Buch erinnerte mich daran, dass trotz der fortgeschrittenen Emanzipation, heutzutage es immer noch Länder gibt, in denen Frauen wenig Rechte haben.


Fazit

‚Jane Eyre‘ gehört zu meinen Lieblingsbücher und ich empfehle jedem, es zu lesen! Die tiefgründige Geschichte regt zum Nachdenken an und schärft den Blick für die wichtigen Dinge im Leben.


Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Bibliografische Daten:
Titel: Jane Eyre
Autorin: Charlotte Brontë
Verlag: Coppenrath Verlag
ISBN: 978-3-649-63000-5
Seiten: 472

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