Rezension: ‚Die Spiegelreisende – Die Verlobten des Winters‘ von Christelle Dabos

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‚Die Spiegelreisende – Die Verlobten des Winters‘ ist der erste Band der ‚Spiegelreisenden‘-Saga von Christelle Dabos. Und darum geht’s: Nachdem die Welt in Stücke zerbrochen ist, sind viele Archen entstanden, die von den Menschen bewohnt werden. Auf der Arche namens Anima lebt Ophelia, die ganz besondere Fähigkeiten besitzt. Die junge Dame kann nämlich nicht nur durch Spiegel reisen, sondern auch Gegenstände „lesen“. Die Handlung setzt ein, als Ophelias ruhiges Leben sich unerwartet ändert, da sie einen Unbekannten heiraten und dazu ihre Heimat verlassen soll. Weil ich vorher nichts Vergleichbares gelesen habe, stand für mich schnell fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Das Cover gefällt mir gut, da darauf eine Arche zu sehen ist und man sie sich als LeserIn deshalb besser vorstellen kann.

Ophelia ist eine zurückhaltende und tollpatschige Person. Sie steht nicht gern im Mittelpunkt und tut alles dafür, unscheinbar zu sein. Zum großen Bedauern ihrer modebewussten Mutter ist Ophelia ihr Äußeres egal. Auf ein Kleidungsstück verzichtet Ophelia jedoch nie und das ist ihr geliebter Schal, hinter dem sie sich gelegentlich versteckt, was ich irgendwie süß fand. Allgemein fand ich es witzig, dass je mehr Ophelia versucht hatte, keine Aufmerksamkeit auf sich zu sehen, ihr genau das Gegenteil gelang. Obwohl es der Protagonistin nicht klar ist, fasziniert sie jeden, der ihr begegnet. Kritisieren muss ich allerdings, dass sie sich vieles gefallen lässt. Ich habe mir oft gewünscht, sie hätte mehr Rückgrat gezeigt.

Thorn ist Ophelias Verlobter und ein sehr verschlossener Mensch. Er verschwendet keine Zeit mit unnötigem Geplänkel und sagt allgemein eigentlich nur das Nötigste. Ophelia stellt hier für ihn leider ebenfalls keine Ausnahme dar. Besonders zu Beginn behandelt er sie sogar wie Luft. Das Meiste konnte Ophelia über Thron von seiner Tante Berenilde erfahren, die deutlich aufgeschlossener ist als ihr Neffe. Thorn und der Rest seiner Verwandtschaft leben auf der Arche Pol. Wie der Name es bereits erahnen lässt, bewegen sich dort die Temperaturen eher im unteren Bereich. Die meisten Bewohner der Arche bzw. die, die man im Laufe der Geschichte kennenlernt, sind kalt und grausam. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sie statt eines Herzens einen Eiszapfen haben.

Das Buch konnte mich von Anfang an fesseln, auch wenn ich zunächst einige Seiten gebraucht habe, bis ich mich in Dabos‘ Universum zurechtgefunden habe. Besonders faszinierend fand ich die verschiedenen magischen Kräfte der Figuren und die Idee, dass die Erde in viele Archen zerbrochen ist. In Sachen Intrigen und Verschwörungen wird es ebenfalls nicht langweilig, da die verschiedenen Familienklans hier genügend Stoff liefern. Der Schreibstil gestaltet das Lesen sehr erlebnisreich, sodass ich das Gefühl hatte, das Geschehen durch Ophelias Augen zu sehen. An Spannung hat es mir nicht gefehlt. Selbst die ruhigen Momente konnten mich packen. Am Ende wurden einige Rätsel gelöst und neue erschaffen, weshalb ich mich sehr auf die Fortsetzung freue.

 

Fazit

‚Die Spiegelreisende – Die Verlobten des Winters‘ ist ein gelungener Auftakt, der mich bereits süchtig nach der ‚Spiegelreisenden‘-Saga gemacht hat. Ich bin gespannt, ob die Protagonistin im zweiten Band etwas selbstbewusster wird und welche Überraschungen die Leserschaft noch erwarten.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Bibliografische Daten:
Titel: Die Spiegelreisende – Die Verlobten des Winters
Autorin: Christelle Dabos
Verlag: Insel
ISBN: 978-3-458-17792-0
Seiten: 535
Genre: Jugendliteratur
Reihe: Spiegelreisenden-Saga, Band 1
Fortsetzung: Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast

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