Rezension: ‚Stolz und Vorurteil‘ von Jane Austen

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Bereits vor über 200 Jahren erschien Jane Austens ‚Stolz und Vorurteil‘. Auch wenn sich seitdem die Welt und die Menschheit verändert haben, zählt das Werk der britischen Schriftstellerin immer noch zu den bekanntesten und schönsten Liebesgeschichten aller Zeiten. In dem Buch geht es nicht nur um die Liebe von Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy, sondern auch um Gesellschaft, Genderrollen und vieles mehr, weshalb der Roman heutzutage immer noch aktuell ist.

Das erste Mal habe ich ‚Stolz und Vorurteil‘ vor ungefähr neun Jahren gelesen. Mittlerweile gehört das Werk zu meinen Lieblingsbüchern und obwohl ich die Geschichte beinahe auswendig kenne, bekomme ich immer noch nicht genug von Elizabeth und Mr. Darcy. Als ich erfahren habe, dass der Klassiker als eine aufwendig gestaltete Neuauflage bei dem Coppenrath Verlag erscheinen wird, war es für mich eine beschlossene Sache, dass es mal wieder Zeit wurde, mein Lieblingsbuch zu rereaden.

Als das Exemplar endlich bei mir ankam, war es ein ganz besonderer Moment für mich, weil mir sofort klar wurde, dass es eins der schönsten Bücher ist, das ich je in meinen Händen gehalten habe. Aufgrund der kleinen Extras (zum Beispiel: Einladung zum Ball oder London-Stadtplan), die in dem Buch versteckt sind und der liebevollen Illustrationen von Marjolein Bastin, hatte ich beim Lesen das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein.

Elizabeth/Lizzy Bennet lebt mit ihren vier Schwestern und ihren Eltern auf einem bescheidenen Landgut in England. Da Elizabeths Mutter es sich in den Kopf gesetzt hat, ihre Töchter möglichst bald zu verheiraten, nimmt die Familie regelmäßig an gesellschaftlichen Ereignissen teil. Schnell fällt auf, dass die zweitälteste Tochter der Bennets anders als ihre Schwestern ist, denn Lizzy lässt sich nicht den Mund verbieten und hat kein Problem damit, ihre Meinung offen zu sagen. Doch genau diese Charakterzüge sorgten schnell dafür, dass mir Elizabeth auf Anhieb gefallen und mich beeindruckt hat, denn anders als heute, war es zu damaliger Zeit nicht selbstverständlich, dass Frauen einfach das sagten, was sie wollten.

Elizabeths direkte Art sorgt deshalb nicht nur für Empörung, sondern auch für Bewunderung wie es im Fall von Fitzwilliam Darcy ist. Der wohlhabende und auf Außenstehende oft unnahbar wirkende Darcy lässt das Herz vieler Frauen höherschlagen, wobei er dafür nicht viel tun muss. Ein kritischer Blick von ihm reicht vollkommen aus, um eine Dame aus dem Gleichgewicht zu bringen. An Darcy gefällt mir, dass er seine Taten für sich sprechen lässt. Er ist kein Mann, der leere Versprechen macht. Wobei er allgemein jemand ist, der nicht zu viel plappert, was ihn aus meiner Sicht noch interessanter und anziehender macht.

Neben den großartigen Protagonisten gibt es in Austens Werk viele tolle Nebenfiguren, die den Lesegenuss vollkommen machen; sei es Darcys lebensfreudiger Freund Charles Bingley oder Lizzys Eltern, die sich oft nicht einig werden oder der taktlose Mr. Collins, der seine Mitmenschen in den Wahnsinn treibt. Die Schlüssigkeit der Handlung, die perfekt durchdachte Figurenkonstellation und die scharfsinnigen Gespräche sorgen für Spannung und machen es unmöglich, das Buch auch nur für eine Minute zur Seite zu legen. Besonders gut gefällt mir die Entwicklung von Lizzy und Mr. Darcy. Im Laufe der Handlung lernen beide nicht nur viel über sich selbst, sondern auch über andere Menschen und gewinnen damit neue Erkenntnisse, die sie prägen.

 

Fazit

‚Stolz und Vorurteil‘ von Jane Austen sollte meiner Meinung nach von jedem mindestens einmal gelesen werden. Die neue Form aus dem Coppenrath Verlag bekommt in meinem Buchregal einen Ehrenplatz und ich möchte darauf aufmerksam machen, dass sich das Buch sehr gut als Weihnachtsgeschenk machen würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Vielen Dank an den Coppenrath Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

Bibliografische Daten:
Titel: Stolz und Vorurteil
Originaltitel: Pride and Prejudice
Autorin: Jane Austen
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-62972-6
Seiten: 320

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