Rezension: „Entführt – Bis du mich liebst“ von Mila Olsen

/ / Rezension

 

Eigentlich hatten Louisa und ihre Brüder vor, im Sequoia Nationalpark gemeinsam zu campen. Dieser Plan wird jedoch zunichte gemacht, als Louisa dem geheimnisvollen Brendan begegnet, der sie schließlich entführt. Ab da ist das Leben für Louisa eine einzige Qual und sie versucht immer wieder zu entkommen. Mit der Zeit merkt Louisa jedoch, dass Brendan doch nicht das Monster ist, für das sie ihn hält und entwickelt Gefühle für ihn. Dabei wird sie von ihrem Gewissen geplagt, ob sie für Brendan überhaupt etwas empfinden darf, da er ihr Entführer ist.

 

Meine Meinung

Als ich letztes Jahr zufällig auf Mila Olsens Roman Entführt gestoßen bin und mich der Klappentext sehr neugierig gemacht hat, war es für mich klar, dass ich das Buch unbedingt haben muss. Ein weiterer Kaufgrund war auch, dass ich gerne neue Autoren für mich entdecke und ich noch nie etwas von Olsen gelesen habe. Außerdem fand ich das Thema sehr interessant und ich wollte wissen, wie die Autorin Entführung und Liebe verbinden wird. Vor kurzem habe ich entdeckt, dass es einen zweiten Band gibt. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Fortsetzung, sondern dieselbe Geschichte wird noch einmal aus Brendans Sicht erzählt.

Louisa (oder kurz Lou) Scriver lebt mit ihren vier Brüdern in Ash Springs, Nevada und geht noch zur Schule. Ihr großer Traum ist es irgendwann von zu Hause auszuziehen, da sie etwas Aufregendes erleben möchte. Ihrem öden Alltag entflieht sie, indem sie fleißig in sozialen Netzwerken unterwegs ist, was ihren ältesten Bruder nur noch mehr dazu bringt, strenger mit ihr zu sein. Zu Beginn des Buchs denkt Lou nur an sich selbst. Sie macht das, was sie will, ohne dabei an die Konsequenzen zu denken. Im Laufe der Geschichte macht Lou eine große Wandlung durch. Durch die Entführung begreift sie, wie wichtig ihre Familie für sie ist und dass es im Leben wichtigeres gibt, als irgendwo dazuzugehören. Sie wird innerhalb kurzer Zeit innerlich sehr erwachsen und lernt sowohl aus Schlechtem als auch aus Gutem viel dazu.

Brendan oder kurz Bren ist nicht nur der attraktive Geheimnisvolle, den Lou in einem Geschäft kennenlernt, sondern auch ihr Entführer. Zu Beginn der Geschichte ist er sehr nett und wirkt sehr anziehend auf Lou. Das nutzt er schamlos aus, um Lou dazu zu bringen, ihm zu vertrauen. Bren ist eine komplexe Figur, bei der es einige Zeit dauert, seine innere Welt verstehen zu können. Einerseits ist er sehr aufmerksam und zuvorkommend, andererseits gibt es da noch eine dunkle Seite von ihm, die er nicht unter Kontrolle hat. Was es mit seinen inneren Dämonen auf sich hat, erfahrt ihr, wenn ihr das Buch lest.

Olsens Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Besonders ihre detailreichen Beschreibungen von Landschaft und Natur haben dafür gesorgt, dass ich mir alles bildlich vorstellen konnte. Aber auch die emotionale Beziehung der beiden Protagonisten bewirkte, dass ich ihren Schmerz nachempfinden konnte. Entführt war eins dieser Bücher, die mir nach dem Lesen noch einige Zeit zu schaffen machen. Ich habe immer wieder an die Protagonisten denken müssen und wie schnell sich das Leben ändern kann.

 

Fazit

Da die Autorin mit viel Feingefühl an das Thema Entführung herangegangen ist, ist es ihr gelungen, nachvollziehbar Motive und Handlungsweisen der beiden Protagonisten darzustellen. Das Buch hat bei mir viele Gefühle ausgelöst, von Schmerz und Trauer bis hin zur Freude. Trotzdem habe ich mich oft über Bren aufgeregt und habe mir gewünscht, er hätte Lou einfach nach einem Date gefragt, dann wäre den beiden viel Leid erspart geblieben.

 

 

Titel: Entführt – Bis du mich liebst
Autorin: Mila Olsen
Erscheinungsdatum: 11.01.2016
ISBN: 978-1523355303
Seitenanzahl: 328

 

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